Garten

Kein englischer garten, nein, ein französischer, dessen gestalter wohl aus platzmangel auf dem hügel seinen ganzen ehrgeiz dareingesetzt hat, alles, was es an geometrischen formen und deren kombinationen gibt, aufzubieten. Ein bisschen mehr luft zwischen den gebilden wäre sicher mehr gewesen, denn in dem gedränge der exakt zugerichteten büsche geht der formenreichtum schlicht unter. Was übrig bleibt, sind flecken von grün. Kann gut sein, dass ich das raffinement, das in dieser anlage des gartens steckt, nicht verstehe. Bin schließlich kein experte. Was ich mit blick auf die geschorenen pflanzen hören kann, sind die flüche derer, die damit betraut sind, das buschwerk zu bändigen. der kampf mit der natur ist kein leichter & es sind immer die gleichen, die ihn an vorderster front führen müssen.

Der holzpfad

Der weg ist geebnet. holzplanken. Es geht in richtung aussichtsplattform. Der spalt im gemäuer verstärkt, worauf es hinausläuft: die freie sicht, auf das gegenüberliegende gebirge, auf das tal unten. Alles ist vorbereitet auf das erlebnis, ahs und ohs liegen vorgeformt bereit zum ausstoß. Mit einem mal ein geräusch wie ein krachen, das das ohr erschüttert und eine schleppe lauten rauschens hinter sich herzieht. Noch ehe der schrecken fuß fasst, hat das flugzeug den mauerspalt gequert. Eine militärmaschine. Die schritte werden vorsichtiger gesetzt. da kann noch mehr kommen. Aus dem nichts. Angespanntes lauschen. Es bleibt ruhig. Es kommt nicht wieder. Vorerst. Die nervosität kühlt ab. Aber man ist immer noch auf der hut. Auch auf dem rückweg. Später, am abend versickert die wachsamkeit. Für immer verschränkt jedoch das bild vom spalt im mauerwerk mit der erinnerung an das, was noch nicht eingetreten ist, aber in jedem augenblick passieren kann, immer & überall.

Baum

Riesen sagt man und denkt das alter gleich mit. In würde gealterte bäume, die ruhe ausströmen, wenn man daneben steht – & mächtigkeit. auch weil man den wind nicht spürt, der bewegung ins spiel bringt. aber man steht ja ohnehin nicht mehr daneben. Also strömt da nichts mehr. Allenfalls ist da noch die idee der kraftübertragung auf den schmächtigen menschen, die wieder auflebt in der betrachtung des bildes. & ist gleich auf dem falschen dampfer, weil es gar nicht auf den baum ankommt. Vielmehr auf das, was nicht abgebildet ist, was nur angelegt ist in diesem bild wie der weg durch den park, & das sich im nächsten moment zeigen kann, so der betrachter geduld aufbringt. Wer lange genug verharrt, kann sie sehen: den jungen hinter dem baum, den spanner im unterholz, das mädel mit der roten kapuze, das zu übungszwecken eine sichel schwingt, & viele mehr.